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Das Mental Health Tabu im Unternehmertum

In der dynamischen Welt des Unternehmertums wird oft eine Mentalität gefördert, die Durchhaltevermögen, Risikobereitschaft und unermüdliche Arbeit betont. Dabei wird häufig übersehen, dass diese ständige Leistungsbereitschaft einen hohen Tribut fordern kann - besonders in Bezug auf die mentale Gesundheit.

Trotz der zunehmenden Aufmerksamkeit für das Thema mentale Gesundheit in der Gesellschaft bleibt es in Organisationen größtenteils ein Tabuthema.

Warum ist das so und was kann getan werden, um diese Stigmatisierung zu beenden?



Unternehmer werden oft als unbesiegbare Superhelden dargestellt, die in der Lage sind, enorme Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig ein perfektes Gleichgewicht im Leben zu halten. Diese unrealistischen Erwartungen können dazu führen, dass Unternehmer psychischen Stress und Überlastungssymptome ignorieren oder verbergen, aus Angst, als schwach oder unfähig wahrgenommen zu werden.


In der Tat haben Studien gezeigt, dass Unternehmer ein erhöhtes Risiko für psychische Gesundheitsprobleme haben, einschließlich Burnout, Angst und Depression. Trotz dieser Tatsache bleibt das Thema mentaler Gesundheit oft ein Tabu, das weder offen diskutiert noch ausreichend adressiert wird.

 

Gerade hat eins der größten Festivals der Digital- und Marketingszene mit mehr als 70.000 Besucher:innen in Hamburg stattgefunden. Auch hier bestätigt sich leider das Tabu: keine Sprache über mentale Gesundheit auf dem OMR Festival. Daher sind Themen wie Selbstmanagement, psychological empowerment, psychological safety, Umgang mit Druck und Deadlines, Kreativblockaden, Burnout Prävention, Work-Life Blending usw. aus dem Arbeitskontext nicht wegzudenken.

 

Das Schweigen um das Tabu


Studien* haben gezeigt, dass psychische Belastungen wie Stress und Burnout zu Fehlentscheidungen und schlechteren Leistungen führen können. Eine positive und gesunde mentale Verfassung ist hingegen ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Unternehmen. Denn nur wer mental fit ist, kann seine Arbeit auch langfristig erfolgreich ausüben.


Das Schweigen um das Thema mentale Gesundheit kann schwerwiegende Folgen haben. Es kann dazu führen, dass Betroffene keine Hilfe suchen, was wiederum ihre Leistung und Produktivität beeinträchtigen kann. Außerdem kann es das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Unternehmer erheblich beeinträchtigen und das Risiko für schwerere psychische Erkrankungen erhöhen.


Wie brechen wir das Tabu?

Die Anerkennung des Problems ist der erste Schritt zur Lösung.

1. Es ist wichtig, die Realität der psychischen Gesundheitsprobleme in Unternehmen anzuerkennen und offen darüber zu sprechen. Gespräche über mentale Gesundheit sollten genauso normal sein wie Gespräche über körperliche Gesundheit.


2. Unternehmer sollten ermutigt werden, Hilfe zu suchen, wenn sie diese brauchen. Dies könnte durch Bereitstellung von Ressourcen und Unterstützung seitens der Unternehmergemeinschaft, aber auch durch eine Änderung der Unternehmenskultur geschehen, die psychisches Wohlbefinden priorisiert. Hier kommen wir resilient_mind mit unserem Angebot zum Beispiel zum Einsatz.


3. Schließlich sollten wir anfangen, die Definition von Erfolg neu zu denken. Statt den Fokus nur auf Gewinne und Produktivität zu legen, sollte ein erfolgreiches Unternehmertum auch ein hohes Maß an Wohlbefinden und Zufriedenheit beinhalten.

Hier gehört auch dazu die kollektiven Glaubenssätze über Erfolg, Arbeit, Geld etc. zu hinterfragen.


Fazit

Es ist an der Zeit, das Schweigen über die mentale Gesundheit im Unternehmertum zu brechen. Durch Anerkennung des Problems, Förderung offener Gespräche und Bereitstellung von Unterstützung können wir eine Kultur schaffen, die das psychische Wohlbefinden von Unternehmern. Auch eine repräsentative Veranstaltung wie das OMR Festival sollte als Vorreiter für Innovation dem Thema mentaler Gesundheit mehr Aufmerksamkeit schenken.


Leitest du ein Unternehmen oder Team? Bist du Mitarbeitende in einer Organisation und möchtest mehr für eure Resilienz tun? Dann melde dich gerne bei uns!



 

*

  1. LePine, J. A., LePine, M. A., & Jackson, C. L. (2004). Challenge and hindrance stress: Relationships with exhaustion, motivation to learn, and learning performance. Journal of Applied Psychology, 89(5), 883.

  2. "The Impact of Job Stress and Job Satisfaction on Workforce Productivity in an Iranian Petrochemical Industry" - Gholami, F., Pourebrahimi, N., & Khatony, A. (2016). Diese Studie fand einen Zusammenhang zwischen Arbeitsstress und Produktivität.

  3. "Stress and Cognitive Decline" - Lupien, S. J., de Leon, M., de Santi, S., Convit, A., Tarshish, C., Nair, N. P. V., ... & Meaney, M. J. (1998). Diese Studie zeigt, dass Stress zu kognitivem Abbau führen kann.

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